Florian Storp leitet GBT der Region Zentraleuropa

Reisen ist sicher möglich – auch ohne Quarantäne

Die öffentliche Meinung hält gerade nicht viel vom Reisen. Davon sollten sich Unternehmen nicht beirren lassen, sagt Florian Storp: Leistungsträger und Dienstleister haben die Prozesse konsequent an die Situation angepasst. Die Regierungs-Quarantäne ist unnötig. //

Es muss offensichtlich immer wieder laut und deutlich gesagt werden: Geschäftsreisen sind trotz fortdauernder Covid-19-Pandemie wieder sicher und geschützt möglich. Es gibt sichere Möglichkeiten für Fortbewegung, Aufenthalt und Übernachtung. Es kommt darauf an, sie zu kennen und konsequent zu nutzen.

Es ist schade, dass ich das so betonen muss. Inzwischen sind wir mit Sars-CoV-2 eigentlich vertraut genug, um zu wissen: Die bekannten Maßnahmen von A bis HA mindern das Ansteckungsrisiko unterwegs so weit, dass es sich vom Alltagsrisiko kaum unterscheidet.

Die allgemeine Wahrnehmung aber scheint Reisen eher als Gefahr einzustufen. Die Politik spielt auf Sicherheit und unterstützt diese Wahrnehmung. Die Ausweisung von Risikogebieten trägt das Wort „Risiko“ schon im Namen, und die täglich neuen Meldungen dazu halten das Wort in den Köpfen. Und die Regelung, dass vom 15. Oktober 2020 an alle Heimkehrer aus solchen Risikogebieten automatisch in Quarantäne müssen, beschwört zusätzlich eine Gefahr für alle. Sie stürzt außerdem Heimkehrer in logistische Probleme und unnötige Kosten, sofern Geschäftsreisende nicht noch ausgenommen werden. Abgesehen davon, dass Risikogebiete in Deutschland den Aufwand, der um solche im Ausland getrieben wird, geradezu konterkarieren. Die Initiative „Coronatest statt Stubenarrest“ des Deutschen Reiseverbands kann ich daher nur uneingeschränkt unterstützen – – –

– – – denn Reisen ist sicher möglich. Und das belege ich jetzt.

Geschäftsreisen sind keine Urlaubsreisen

Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes galten und gelten aus gutem Grund nur für touristische Reisen. Seriöse Geschäftsreisen haben weder überfüllte Strände und Partymeilen noch Familienfeste zum Ziel, wie sie in jüngerer Zeit zu Covid-19-Schlagzeilen geführt haben. Sie verfolgen ein konkretes Ziel mit einem bekannten Personenkreis und führen schon aus Kostengründen auf dem schnellsten Weg zurück nach Hause. Gut gemanagte Unternehmen nehmen für die Reiseleistungen ausschließlich Vertragsunternehmen in Anspruch – für Ausschreibung und Auswahl, auch kurzfristig, stehen die Geschäftsreisebüros mit ihrer Expertise bereit.

Die Infektionsquoten unter Reiserückkehrern sind relativ gering

Organisiertes Reisen birgt ein geringes Risiko für Reisende. Das zeigt die vergleichsweise geringe Infektionsquote unter Reiserückkehrern aus diesem Segment. Auch daher ist es unverständlich, dass die Bundesregierung Reiserückkehrern eine kaum zu kontrollierende Quarantäne aufnötigt.

Leistungsträger haben stark in die Abläufe investiert

Wir haben uns die Abläufe an den Flughäfen, bei den Fluggesellschaften, den Mietwagenanbietern und in den großen Hotelketten genau angeschaut. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit den grundlegenden Hygieneregeln, mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung lässt sich die Ansteckungsgefahr auf ein Minimum reduzieren. Alle Leistungsträger haben stark in die Hygieneausstattung investiert und ihre Abläufe angepasst. Ja, wir sehen die Diskussion um die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen und in Zügen. Wir sehen aber auch, dass Flugzeuge, Züge und Hotels in den Statistiken des Robert-Koch-Instituts relativ gut dastehen (Epidemiologisches Bulletin 38/2020, Seite 6). Reisende müssen hier mit einem erhöhten Maß an Aufmerksamkeit reagieren.

Digitale Tools vermeiden überflüssige Kontakte

Moderne technische Lösungen und Apps sorgen dafür, dass der Check-in an Flughäfen und in Hotels, die Fahrt mit der Bahn sowie das Entleihen und die Rückgabe von Mietwagen ohne die Berührung von Oberflächen und ohne körperlichen Kontakt möglich ist. Abrechnungen werden längst digital übermittelt, und selbst Papierbelege müssen nur einmal angefasst werden – nämlich, um sie mit dem Mobiltelefon zu fotografieren. Die weitere Verarbeitung übernnehmen die Apps der Geschäftsreisebüros. Diese digitale Assistenz erspart sogar den Gang in die Buchhaltung nach der Reise. (Daher habe ich Digitalisierung neulich hier im Blog „eine Form der Mitarbeiter-Fürsorge“ genannt.)

Mobiles Bezahlen: Die Karten bleiben in der Tasche

Mobiles Bezahlen gewinnt gegenwärtig stark an Akzeptanz. Mit gutem Grund: Das Bezahlen per Mobiltelefon strafft die Prozesse, reduziert Fehlerquellen – und verhindert, dass zum Beispiel Kreditkarten in kurzer Zeit durch die Hände verschiedener Servicemitarbeiter gehen. Virtuelle und mobile Bezahlmethoden, wie zum Beispiel mobile Wallets, in denen Corporate Cards hinterlegt werden können, funktionieren vollständig kontaktlos und gehen damit deutlich weiter als Firmenkreditkarten. Alle Travel Management Companies bieten Lösungen für das mobile Bezahlen.

Die größte Hürde ist die Logistik – und die lässt sich umgehen

Die größte Herausforderung für geschäftliches Reisen sind nicht Hygiene und Abstand. Es ist die Logistik. Immer noch sind viele Hotels geschlossen, die Flugpläne speziell über dem Nordatlantik bleiben ausgedünnt, und von heute auf morgen werden Grenzen geschlossen oder Quarantänen eingeführt. Das macht Reisen nicht unmöglich. Allerdings sind ständig aktualisierte Informationen und eine präzise Vorbereitung für jede einzelne Dienstreise wichtiger als je zuvor. Wir in den Geschäftsreisebüros haben die nötigen Informationen, sodass Unternehmen ihre Reisepläne auch kurzfristig sicher umsetzen können. Und auch rasch helfen, wenn die Situation plötzliche Änderungen im Reiseplan erfordert.

Sogar Tagungen werden wieder möglich

Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit die Covid-19-Pandemie über einzelne Geschäftsreisen hinaus auch wieder Konferenzen erlaubt. Sie sind nun einmal sowohl intern als auch für die Beziehungen mit Kunden essenziell, um zu planen, Projekte abzustimmen und zu Entscheidungen zu kommen. Digitale Tools, umfassende Hygienekonzepte in Tagungshotels und nicht zuletzt hybride Lösungen, die digitale und physische Präsenz zusammenführen, machen Konferenzen sicher und geschützt möglich. Zumal sich alles maßschneidern lässt.

American Express Global Business Travel und die anderen Travel Management Companies haben während der Covid-19-Pandemie ihren Service aufrechterhalten und auch in schwierigen Fällen dafür gesorgt, dass Geschäftsreisende ihr Ziel erreichten, selbst wenn keine Linienflüge verfügbar und zweiwöchige Quarantänen einzuhalten waren.

Aus dieser Erfahrung ziehen wir das Fazit:

Geschäftsreisen sind so sicher, wie es irgend geht. Sie sind nur anspruchsvoller als früher. Travel Management Companies machen sie möglich. Es gibt keinen Grund, auf Geschäftsreisen zu verzichten – außer die Regierungs-Quarantäne. Und die ist unnötig.

Take this, Bundesregierung.

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