Florian Storp, Vice President Central Europe von American Express Global Business Travel

Wir sind da

Wenn die Medien über die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf das Reisen berichten, steht meistens die Touristik im Mittelpunkt. Auch die Geschäftsreise leidet massiv – und braucht gleichzeitig mehr denn je starke Reisebüros. Daher sagt Florian Storp deutlich: GBT ist präsent und handlungsfähig. //

Es gibt nichts zu beschönigen: Im Moment wird kaum gereist. Die Bilder der parkenden Flugzeuge auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens sprechen Bände. Es fehlen zum überwiegenden Teil Geschäftsreisende. Welche Folgerungen Sie daraus ziehen, überlasse ich Ihnen.

Aber: Wir sind da. Wir bleiben da. Wir sind widerstands- und handlungsfähig. Und wir haben gerade in der gegenwärtigen Situation Aufgaben für unsere Kunden zu lösen, die wir unter normalen Umständen als besonders spannend empfinden würden.

Wie kommen Mitarbeiter jetzt nach Taiwan?

Beispielsweise trat ein Kunde auf uns zu, dessen Mitarbeiter aus ganz Asien dringend in Taiwan gebraucht werden. Ihre persönliche Anwesenheit ist unbedingt notwendig. Allerdings erwartet Reisende in Taiwan eine Quarantäne von zwei Wochen. Und es handelte sich um ein gutes Dutzend Leute – was sich dann als Schlüssel zur kreativen Lösung erwies. Meine Kolleginnen und Kollegen haben nämlich ein Hotel gefunden, das uns für zwei Wochen zwei ganze Etagen vermietet, die sich gut abschotten lassen. Dort arbeitet die mobile Belegschaft jetzt wie in einem Homeoffice, bis sie nach Ablauf der Quarantäne zu ihrem Kunden dürfen.

Es sind solche Lösungen, die uns gegenwärtig stark beschäftigen. Denn die Bilder von parkenden Flugzeugen in Frankfurt vermitteln nicht das ganze Bild – es gibt noch Flüge, wenn auch nur noch sehr wenige. Die Industrie ist unverändert weltweit vernetzt. Der Versuch, Lieferketten in Gang zu halten, braucht trotz aller Videokonferenzen immer noch ein gewisses Maß an Reisen. Unsere Aufgabe ist es, unsere Kunden dabei zu beraten, welche Reisen möglich sind, diese Reisen auch mit kreativen Mittel umzusetzen und also dazu beizutragen, dass unsere Kunden arbeitsfähig bleiben.

Anders gesagt: Gegenwärtig sind unsere Erfahrung, unser ausgebildetes Personal, unsere technologische Vernetzung und unsere weltweiten Niederlassungen und Ressourcen echte Assets.

Homeoffice und langer Atem als Assets

Zum einen, was den Kundenservice angeht. Die digitale Plattform von GBT erlaubt jeder unserer Niederlassungen, jeden Kunden so umfassend und individuell zu bedienen wie sein Stammkontakt im heimischen Business Travel Center. Wir führen auch eine eigene Datenbank mit allen Airline-Updates. Ich will nicht überheblich klingen – aber den Unterschied macht hier die Kombination aus erstklassiger Technologie, jahrelanger Erfahrung und der Investition in eine große globale Belegschaft aus Experten, die Kunden und Reisende 24 Stunden am Tag bedient. Das können auch mehrere Millionen US-Dollar an Investitionen in Startups nicht so einfach aus dem Stehgreif leisten.

Zum anderen, was unsere Handlungsfähigkeit angeht. Unsere Business-Continuity-Strategie ist seit Jahren darauf ausgerichtet, dass ein Großteil der Belegschaft ohne weiteres ins Homeoffice wechseln kann. Jeder Arbeitsplatz ist sozusagen flexibel mobilisierbar. Das kommt uns gerade sehr zugute. Beispielsweise dort, wo Unternehmen keine Dienstleister mehr aufs Gelände lassen, auch nicht die Belegschaft des GBT-Implants. Oder wenn einer meiner Kollegen unter Quarantäne gestellt werden sollte. Der Wechsel ins Homeoffice funktioniert ohne Verzögerungen im Service, unsere Kunden werden den Unterschied nicht spüren.

Durchhaltevermögen wird jetzt wichtig sein. Wie Sie wissen, stehen hinter GBT einige sehr finanzkräftige Investoren. Sie haben uns nicht nur mit Blick auf unser Wachstum komfortabel ausgestattet, es sind auch erst im Dezember 2019 neue Investoren dazugekommen. Unsere Kunden können sich also darauf verlassen, dass wir ihnen mit langem Atem zur Seite stehen.

Das wiederum wird nötig sein, wenn die Coronavirus-Krise vorbei ist.

Die Geschäftsreisewelt wird eine andere sein

Denn ich bin mir sicher, dass die Geschäftsreisewelt sich stark verändern wird. Noch sind einige Travel Manager wie gelähmt, sie trauen sich nicht, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Wir beraten sie mit unseren Handlungsempfehlungen. Auf Dauer allerdings kann diese Unsicherheit nicht bleiben.

Das heißt: Alle Unternehmen von groß bis klein müssen sich Gedanken darüber machen, wie künftige Krisen in ihren Reiserichtlinien und Strukturen abgebildet werden können. Dass wir gerade vor Situationen und Herausforderungen stehen, die noch vor ein paar Wochen kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist ein Allgemeinplatz geworden. Jetzt wissen wir, was passieren kann, und müssen uns darauf einrichten, dass es wieder passieren kann.

Daher ist es eine wichtige Nachricht für unsere Kunden: Wir sind da. Wir bleiben da. Wir sind widerstandsfähig, und wir sind handlungsfähig. Und wir gehen mit Engagement und Kreativität an die besonderen Aufgaben dieser besonderen Zeit heran.

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