Florian Storp, Vice President Central Europe von American Express Global Business Travel

Auf der Suche nach digitalen Geschäftsreise-Fachkräften

Im Zeitalter der Digitalisierung haben Geschäftsreisende andere Ansprüche als früher. Das Travel Management muss sich darauf einstellen. Florian Storp fordert: Wir brauchen digitale Geschäftsreise-Fachkräfte – wir müssen unsere Leute schulen und unsere Branche attraktiver für junge Bewerber machen. //

Zu den Kunden von GBT gehören viele große und kleine Unternehmen, die auf ihrem Fachgebiet ganz vorne dabei sind und auf jeder Messe neue technische Ideen und Innovationen vorstellen. Nur im Travel Management hapert es mit der Technik. Wenn mein Sales-Team und ich zu ihnen kommen, hören wir oft: Wir haben verstanden, aber wir sind noch nicht so weit. Dann kann ich nur antworten: Aber Eure Reisenden sind es.

Die Reisenden von heute haben sich nun einmal daran gewöhnt, dass ihnen Apps, Chatbots und stimmgeführte Assistenten den Alltag erleichtern. Diese Ansprüche legen sie nicht ab, wenn es um Geschäftsreisen geht. Im Gegenteil: Gerade weil Reisen eine prinzipiell komplexe Angelegenheit sind, erwarten sie größtmögliche Vereinfachung und Unterstützung – durch Technik.

Gleichzeitig höre und lese ich immer wieder, Apps, Bots, Big-Data-Anwendungen und andere Facetten der Digitalisierung würden der Reisebranche auf Dauer viele Jobs kosten. Da muss ich heftig widersprechen. Das Gegenteil ist der Fall! Es ist schwierig geworden, die qualifizierten und zuverlässigen Geschäftsreise-Fachkräfte zu finden, die wir in der digitalisierten Welt des Travel Managements brauchen. Denn wir brauchen sie – nur ändern sich die Aufgaben. Riefen bis vor einigen Jahren Reisende im Callcenter an und hatten Verständnis, dass die Suche nach neuen Flügen und die Umbuchung ihre Zeit brauchten, so melden sie sich heute per Messenger, wenn ihnen die App nicht weiterhilft, und werden sehr schnell ungeduldig.

Wir müssen heute anders reagieren als früher, und auf anderen Kanälen. Die Mission heißt Change Management.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens müssen wir unsere eigenen Fachkräfte schulen und unsere Prozesse den digitalen Gegebenheiten anpassen. GBT ist hier seit Jahren auf einem guten Weg, und auch die neuen Kollegen von HRG wissen, worum es geht. Zweitens aber müssen wir die Attraktivität und die Karrieremöglichkeiten unserer Branche den jungen Leuten gegenüber stärker herausstellen. Wir brauchen eine gesunde Mischung aus Digital Natives und Digital Immigrants, um den Digital Natives auf Augenhöhe zu begegnen, denen die Evolution ja inzwischen Mobile Natives an die Seite gestellt hat.

Digitalisierung ist keine Katastrophe, sondern eine große Chance. Wir müssen uns mit unseren Kunden ändern. Das nennt man Anpassung. Also: Ran an die Technik!

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